Suat Bahceci.
Eine ungewöhnliche Karriere.
Was zeichnet die herausragenden Modeschöpfer unserer Zeit aus? Dass sie es schon immer waren: Ob mit fünf, fünfundzwanzig oder fünfundsiebzig. Die Begabung für diese besondere Form der Kunst, das Aussehen der Menschen gestalten, ihre Schönheit sichtbar machen zu wollen – diesen speziellen Blick kann man nicht lernen. Man hat ihn, oder man hat ihn nicht.
Suat Bahceci hat ihn.
Schon in früher Jugend ist seine Begeisterung, den Dingen eine eigene Ästhetik zu geben, deutlich spürbar: Familie und Lehrer werden schnell auf sein Talent aufmerksam, man fördert seine Begabung. Mit kindlicher Leichtigkeit verwandelt er Stoffe und Materialien, die in seine Hände gelangten, in erste modische Entwürfe. Es ist seine hübsche Schwester, die in den Genuss dieser frühen Kreationen kommt; sie ist ihm Model und Inspiration zugleich. Doch auch die internationalen Modemagazine wecken seine Neugier, fordern seine Phantasie heraus. Idole sind schnell ausgemacht: Es ist Roberto Cavalli, dessen sinnliche, lebensbejahende Mode ihm die stärksten Impulse gibt.
In seiner eigenen Arbeit wagt sich Bahceci bald auch auf das schwierigere Terrain der Männermode. Er entwirft selbst bewusste, körperbetonte Ensembles für die jungen Männer seiner Generation, die überall, wo er die Kollektionen zeigt, für Furore sorgen. Ungewöhnliche Cuts, der Mut, mit dem er Farben und Materialien einsetzt, dazu seine ungeheure Zielstrebigkeit und Produktivität, verhelfen dem jungen Designer schon vor seinem zwanzigsten Lebensjahr zu einer ungewöhnlichen Karriere, die zwischen Glamour, Pop und harter Arbeit oszilliert. Mit neunzehn Jahren nutzt er seinen Status und seine Erfahrungen als Model in der internationalen Gay-Szene, die sein blendendes Aussehen mit zahlreichen Auszeichnungen quittiert, um sein eigenes, inzwischen international aufgestelltes Label zu etablieren – Suat Bahceci Fashion.
Die Erfolgsgeschichte des Labels ist seitdem nicht mehr aufzuhalten. Routiniert und mit ungewöhnlicher Inspiration hat Suat Bahceci, jüngster Designer Deutschlands, inzwischen seine zweite Kollektion LOVE IN THE EAST auf den Markt gebracht. Die über fünfhundert Teile bezeugen sein großes Talent ebenso wie seine Fähigkeit, die ästhetische Gratwanderung zwischen Orient und Okzident zu definieren und ein eigenes Territorium für sich zu beanspruchen, das ihm, dem einundzwanzigjährigen, inzwischen niemand mehr streitig machen kann...